Das iPad als eBook Reader

eine Konkurrenz zu Kindle & Co.?

Über die Vor- und Nachteile eines eBook Readers im Vergleich zum herkömmlichen Buch lässt sich streiten – auch wenn die kleinen, handlichen und praktischen Mitnehm-Bibliotheken vor allem für Reisende durchaus attraktiv sind. Hat man sich jedoch einmal entschieden der neuen Technik eine Chance zu geben, steht man sogleich vor dem nächsten Problem: Womit will ich meine elektronischen Bücher lesen? Neben den klassischen eBook Readern, die wirklich „nur für’s Lesen“ gemacht sind – wie zum Beispiel das Kindle – gibt es nicht nur für Fans von Apple auch noch das iPad im Angebot, welches mit zahlreichen beziehbaren Büchern und dem neuen superscharfen Retina Display wirbt. Es folgt ein kurzer Überblick:

Das eBook ist auf dem Vormarsch: So bietet das iPad zum Beispiel in der standardmäßig installierten App iBooks mittlerweile mehrere Millionen Titel, davon allein über 25.000 in deutscher Sprache. Des weiteren hat man mit der App auch Zugriff auf alle nützlichen Funktionen eines klassischen Readers, wie zum Beispiel individuell einstellbare Helligkeit und Schriftgröße, finden der letzten Leseposition, schnelles Suchen nach Übersetzungen oder Erklärungen von Fremdwörtern sowie das Einfügen von Randnotizen. Nach einiger Konfiguration lässt sich mit dem iPad auch das in Deutschland weit verbreitete Epub-Format lesen, welches unter anderem den Zugriff auf die elektronischen Titel vieler Bibliotheken ermöglicht. Dies wird aber erst möglich, nachdem man eine kostenlose zusätzliche App installiert hat, die den Adobe-Kopierschutz DRM freischaltet.

Jedoch überzeugt der Online-Buchladen vom Amazon dahingegen mit Flexibilität und Bedienkomfort: Mit Kopierschutz und Lizenzrechten muss sich der Benutzer bei Amazon so gut wie gar nicht auseinandersetzen, die Bestellung der Titel läuft über die eigene Homepage und bereits nach wenigen Klicks ist das eBook auf dem Reader verfügbar. Einmal gekauft, kann man die Bücher aus der Datenbank auch problemlos offline mit sich herumtragen und somit auch im Urlaub ohne weiteres lesen. Selbst bei der Konkurrenz sind die Amazon eBooks mit Hilfe einer kostenfreien App problemlos abrufbar.

Noch ein Blick auf die Technik: Während die meisten Reader mit einem E-Ink-Display ausgestattet sind, welches die Lesbarkeit von Texten mittels extrem hohen Kontrasten deutlich verbessern soll, kommt das iPad nur mit einem „gewöhntlich“ beleuchtetem LCD-Bildschirm daher. Tatsächlich ist es auch mit dem iPad durchaus möglich, über einen längeren Zeitraum ohne Kopfschmerzen vom Display ab zu lesen – jedoch überzeugen vor allem im Freien die Geräte mit der elektronischen Tinte. Das Hochglanz-Display von Apple reflektiert in ungünstigen Positionen gerne mal das Licht und auch bei hoher Sonneneinstrahlung liest es sich mit der kontrastreichen E-Ink-Displays deutlich angenehmer. Apples spezielle Retina Technik bietet zwar einen Vorteil bei der Brillanz und Schärfe von Titeln mit vielen farbigen Bildern, jedoch beeinflusst es die Lesbarkeit vom reinen Text nur kaum. Zudem ist die Akkulaufzeit des Kindle zum Beispiel erheblich höher als die des iPad und ermöglicht damit stundenlanges Lesevergnügen auch unterwegs.

Fazit: Wem es nur um’s Lesen geht, der ist mit einem „reinen“ eBook Reader wie dem Kindle besser bedient als mit dem iPad. Lesbarkeit und Bedienkomfort sowie die längere Laufzeit schlagen die Konkurrenz aus dem Hause Apple trotz Retina und iBook-Store. Wer jedoch ohnehin einen vollwertigen Tablet-Computer will, der kann auch damit bequem elektronische Bücher schmökern.

Das iPad als eBook Reader
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